Heidelbeeren – warum man jetzt ordentlich zulangen sollte

Heidelbeeren

Es ist Mitte Juli und endlich ist die Heidelbeerzeit da. Kaum jemand mag sie nicht, roh genossen oder verarbeitet in einem Porridge, Kuchen, Sorbet oder sonstiger köstlicher Speise. Die Beeren haben nicht nur einen tollen Geschmack, sondern verfügen auch über gesundheitsfördernde Eigenschaften. Warum man die Saison der Heidelbeeren nutzen und ordentlich zulangen sollte, verrate ich euch hier.


Pflanzenkunde

Die Gattung der Heidelbeere (Vaccinium) zählt zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Sie wird auch noch unter den Begriffen Bick-, Blau, Wald-, Schwarz- oder Moosbeere gefunden.

Die wilde Heidelbeere, Vaccinium myrtillus L.

Die Heidelbeere spielt unter den heimischen Beeren als Wildobst eine maßgebliche Rolle und sie wächst auf einem bis zu 50 Zentimeter hohen Halbstrauch. Der Strauch verbreitet sich nicht nur durch seine Samen, sondern auch vegetativ durch unterirdische Ausläufer. Im Frühjahr treibt er an seinen grünen kantigen Ästen spitz-ovale lichtgrüne Blätter aus, in den Blattachseln entstehen die einzelnen Blüten. Die durch den hohen Anthocyangehalt blau gefärbten Beeren sind unterständig, enthalten zahlreiche winzige Samen und reifen von Juli bis September. Der Zwergstrauch ist in Europa und Asien weiterverbreitet.

Die Kulturheidelbeere, Vaccinium corymbosum L.

Durch die Kreuzung mehrerer nordamerikanischer Vaccinium-Arten ist die Kulturheidelbeere entstanden, die der wilden Heidelbeere nahe verwandt ist und in der Tracht sehr ähnlich ist. Die Kulturheidelbeere wird weltweit angebaut und ist in mehreren Sorten vorhanden. Der Strauch der Kulturheidelbeere ist größer als der der wilden Heidelbeere und kann bis zu 4 m hoch werden. Die Blätter sind 2-4 cm lang und die Beeren, die in Trauben auftreten, sind doppelt so groß wie unsere Wildheidelbeeren.

Schmarrn mit Haferflocken und Heidelbeeren

Verwendung

Die stark färbenden Beeren werden roh, gezuckert oder eingemacht gegessen. Meist werden sie allerdings roh genossen z.B. als Fruchtsalat, mit Milch und Milchprodukten wie Joghurt zu Shakes, Desserts oder leichte Zwischenmahlzeiten verarbeitet. Aber auch in Kuchen, Torten und Muffins sind sie als köstliche Zutat zu finden. Auch zu Marmeladen und Kompott werden sie weiterverarbeitet. Ein köstliches Rezept wäre zum Beispiel dieser Schmarrn mit Haferflocken und Heidelbeeren.

Inhaltsstoffe der Heidelbeeren

Heidelbeeren
Inhaltsstoffe
je 100 g
verzehrbarer
Anteil, roh
Heidelbeeren
Inhaltsstoffe
je 100 g
verzehrbarer
Anteil, roh
Energie (kcal)37Eisen (mg)0.9
Fett (g)0,6Vitamin A (ug)5,7
Protein (g)0,7Vitamin B1 (mg)0,02
KH (g)6,1Vitamin B2 (mg)0,02
Ballaststoffe (g)4,9Niacin (mg)0,4
Kalium (mg)78Vitamin B6 (mg)0,06
Kalzium (mg)10Vitamin C (mg)22
Magnesium (mg)2Vitamin E (mg) 2,7

Anthocyane – sekundäre Pflanzeninhaltstoffe

Im Blickpunkt der Wissenschaft steht der Inhaltsstoffe Anthocyan, der auch für die schöne blaue Farbe der Beeren verantwortlich ist und im Fokus des ernährungswissenschaftlichen Interesses steht. Anthocyane zählen zu den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Sie kommen im Gegensatz zu den primären Pflanzeninhaltsstoffen (Kohlenhydrate, Fette, Eiweißstoffe) nur in geringen Mengen vor und üben eine gesundheitsfördernde Wirkung aus. Sie sind nicht nur entzündungshemmend, sondern auch antioxidativ, d.h. sie schützen Zellen vor schädigenden Einflüssen. Somit können sie einen vorzeitigen Alterungsprozess der Haut verlangsamen und wirken der Faltenbildung entgegen. Außerdem stabilisieren die sekundären Pflanzeninhaltstoffe das körpereigene Adernsystem, indem sie die Durchlässigkeit und Brüchigkeit von Kapillaren vermindern und sie sind laut einigen Studien sogar vorbeugend gegen Krebs und Arteriosklerose.

Heidelbeeren

Vitamin E und Vitamin C

Die Beeren enthalten nennenswerte Mengen an Vitamin C und E und die zählen u.a. zu den Schönheitsvitaminen. Einer der wichtigsten biochemischen Funktionen des Vitamin C ist die Mitwirkung an der Kollagenbiosynthese, d.h. das Vitamin polstert die Haut von innen auf. Neben vielen anderen Funktionen ist das Vitamin C auch noch an der Entgiftung von toxischen Metaboliten beteiligt, fördert die Eisenresorption und somit die Sauerstoffzufuhr und unterstützt das Immunsystem. Vitamin E schützt die Haut vor schädlichen Einflüssen, es ist wie das Vitamin C antioxidativ ist und die beiden Vitamine wirken synergistisch beim Schutz der Membranen vor schädigenden Einflüssen.

Gerbstoffe

Die enthaltenen Gerbstoffe wirken gegen Durchfall, hemmen die Vermehrung von Bakterien und beschleunigen die Heilung von Schleimhautentzündungen und werden bei Entzündungen bei Mund- und Rachenraum eingesetzt, allerdings eher nur bei getrockneten Heidelbeeren.

Aufbewahrung

Frische Heidelbeeren haben nur eine kurze Haltbarkeit und sollten unbedingt im Kühlschrank aufbewahrt und möglichst rasch verzehrt werden. Waschen sollte man die Beeren erst unmittelbar vor dem Verzehr. Wer länger etwas vom Aroma der Heidelbeeren haben möchte, friert sie einfach direkt an.

Fazit

Für eine ausgewogene Ernährung sollten täglich 2 Portionen Obst konsumiert werden, das entspricht täglich 250 g Obst. Heidelbeeren sind hierfür eine gute Wahl. Vermehrt sollte man jetzt auf die regionalen und saisonalen Heidelbeeren zurückgreifen, um die Umwelt zu schonen und um auf den ökologischen Fußabdruck zu achten.

Quellen

Nutzpflanzen; Reinhard Lieberei, Christoph Reisdorff begründet von Wolfgang Franke; 8. Auflage, Georg Thieme Verlag, 184f

Ernährung: Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie; Hahn, Ströhle, Wolters; 3. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesesellschaft Stuttgart

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